Megatrend Gesundheit

Was Kuhmilch und Kiwis damit zu tun haben

Weg vom ausgelaugten Arbeitstier und hin zum gesunden, entspannten und zufriedenen Individuum. So lautet die neue Devise. Diese Entwicklung wird im Megatrend Gesundheit aufgegriffen und betrifft auch unsere Ernährung und den Schlaf. Haben Sie gewusst, dass es neben Koffein noch viele weitere Lebensmittel und Nährstoffe gibt, die unseren Schlaf beeinflussen können?

Megatrends sind tiefgreifende, globale und langsam wirksame Veränderungen. Es handelt sich also nicht um Eintagsfliegen, sondern viel mehr um Richtungsweiser über Jahrzehnte hinweg. Gesundheit ist einer von vielen Megatrends, aus denen sich für alle Lebensbereiche Trends ableiten lassen (z.B. Food-Trends)

Arbeit, Freizeit und Schlaf – die drei Säulen der Gesundheit

Ein gutes Leben wird häufig mit Erfolg im Beruf und finanzieller Sorglosigkeit definiert. Parallel dazu hat sich bereits seit geraumer Zeit eine neue Bewegung entwickelt, im Rahmen derer die Menschen unter einem guten Leben auch etwas anderes verstehen. Nämlich eine gute Gesundheit. Gesundes Essen, genügend Bewegung und ausreichend Schlaf gehören bei diesen Menschen deshalb genauso dazu wie eine befriedigende und erfolgreiche Arbeit.

Der Megatrend Gesundheit greift diese voranschreitende Entwicklung auf: Dabei geht es nicht nur um Yoga, Achtsamkeit oder die Besteigung des Mount Everest. Sondern auch um das sogenannte «Self-Tracking». Kaum einer geht heute noch ohne multifunktionale Uhr am Handgelenk joggen oder schwimmen. Mittlerweile werden solche Uhren sogar nachts getragen und zeichnen auch den Schlaf und die Schlafqualität auf.

Vieles deutet darauf hin, dass zu wenig Schlaf unsere kognitiven Fähigkeiten einschränkt und das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere chronische Krankheiten erhöht. Ausreichend Gründe also, dem Schlaf innerhalb des Megatrends Gesundheit – aber auch in Bezug auf unsere Ernährung – die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

Was, wie viel und wann wir essen, beeinflusst unseren Schlaf

Unser Essverhalten kann den Schlaf auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Abgesehen vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme und der Verzehrsmenge spielen auch verschiedene Lebensmittel und Nährstoffe eine Rolle.

Dass Koffein oder üppige Mahlzeiten zu später Stunde zu Einschlafstörungen führen können, dürfte den meisten bekannt sein. Dass aber auch die Zusammensetzung der Nahrung unseren Schlaf beeinflussen kann, ist weniger bekannt und wird international erforscht. Milchprodukte z.B. scheinen einen positiven Einfluss auf unseren Schlaf zu haben. Verantwortlich dafür soll das in der Milch enthaltene Melatonin sein. Dieses Hormon wirkt in unserem Körper schlaffördernd. Milch enthält interessanterweise deutlich mehr Melatonin, wenn die Kuh im Dunkeln gemolken wurde. Auch die Kiwi ist diesbezüglich spannend. Sie enthält Tryptophan – eine essentielle Aminosäure, die für die Bildung von Serotonin verantwortlich ist, einem anderen schlaffördernden Hormon.

Die Zusammenhänge zwischen Schlaf, Ernährung und Risiko für chronische Krankheiten sind sehr komplex und müssen noch weiter untersucht werden. Aber eines ist sicher: Das Thema Gesundheit – und somit auch das Essen und der Schlaf – werden noch lange zu reden geben.

Quellen
Zukunftsinstitut GmbH. Health-Trend-Map 2020
Zukunftsinstitut GmbH. Health Report 2020
Int J Mol Sci. 2019 Apr 18;20(8).
Nutrients. 2019 Apr 11;11(4).
Br J Nutr. 2016 Aug;116(3):434-442.
J Pharmacol Sci. 2014;124(3):320-335.

Aktuelles: SGE-Fachtagung zum Thema «Mega-Trends»

Am 4. September findet die Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE zum Thema «Mega-Trends und ihr Einfluss auf die Ernährungszukunft» statt. Unter den Referenten und Referentinnen sind auch Hanni Rützler und Priska Baur – sie werden relevante Entwicklungen in den Bereichen Food und Ernährung präsentieren.

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Skurriles und Amüsantes aus der Food-Welt

Erdbeeren sind Nüsse und Erdnüsse sind Hülsenfrüchte. Eine verkehrte Welt, denken Sie? Keineswegs: Erdbeeren sind botanisch gesehen Sammelnussfrüchte. Das fruchtige Rote, das wir als Fruchtfleisch wahrnehmen, ist nur eine Scheinfrucht. Die eigentlichen Früchte sind die kleinen gelben Nüsschen auf der Oberfläche der Erdbeere. Deshalb werden Erdbeeren von Botanikern den Nüssen zugeteilt.

Ähnlich verkehrt steht es um die Erdnüsse. Ihr Name, ihre Verwendung und ihr Nährwertprofil lassen uns an Nüsse denken. Botanisch gesehen zählen Erdnüsse aber zu den Hülsenfrüchten, weil sie wie Bohnen oder Erbsen in länglichen Hülsen verpackt sind. Trotz ihrer Verwandtschaft mit den Hülsenfrüchten gibt es noch weitere Unterschiede: Erdnüsse wachsen unter der Erde und im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten können sie roh verzehrt werden.

Was auch immer sie sind: Lassen Sie sich Erdbeeren oder Erdnüsse schmecken!