Die Corona-Krise als Chance nutzen

Bedeutung von Gesundheitsförderung und Prävention

Die Zahl der bestätigten COVID-19-Erkrankungsfälle nimmt in der Schweiz weiterhin zu. Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor grosse Herausforderungen – beruflich und privat. Sie bietet uns gleichzeitig die Chance, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und diese Erkenntnis in die Zukunft mitzunehmen. Gesundheitsförderung und Prävention sollten eine neue – grössere – Bedeutung bekommen.

Vorerkrankungen vermeiden – mit gesundem Lebensstil

In der Schweiz sind 26‘336 Menschen von COVID-19 betroffen (Stand 15.04.2020). 87% der hospitalisierten Patientinnen und Patienten haben mindestens eine Vorerkrankung. Die am häufigsten genannten sind Bluthochdruck (53%), Herz-Kreislauferkrankungen (31%) und Diabetes (23%). Man spricht auch von sogenannten nichtübertragbaren Krankheiten (Englisch: non-communicable diseases, NCD). Heute leidet ein Viertel der Bevölkerung in der Schweiz an einer NCD und muss somit bezüglich COVID-19 besonders auf sich achtgeben. Dazu gehören auch viele, die weit jünger sind als 65 Jahre. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Rund die Hälfte der nichtübertragbaren Krankheiten können mit einem gesunden Lebensstil positiv beeinflusst werden. Dazu gehören ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ein massvoller Alkoholkonsum und der Verzicht aufs Rauchen.

Frisches Gemüse und Früchte – jetzt erst recht!

Obwohl es z.B. bei Spargeln zu Ernteschwierigkeiten kommen könnte, da viele Gastarbeiter zurzeit nicht einreisen können oder wollen, ist die Grundversorgung in der Schweiz gewährleistet. Ausgewogen zu essen ist deshalb auch in der jetzigen Zeit möglich. Eine Übertragung des neuen Coronavirus durch Lebensmittel oder Trinkwasser auf den Menschen ist bisher nicht bekannt. Es reicht somit, frische Produkte mit Wasser zu waschen; chemische Mittel sind keine nötig. Frisches Gemüse und Früchte mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen gehören denn auch täglich auf den Speiseplan – wie immer möglichst farbenfroh.

Gemüseabos – praktisch, gesund und sinnvoll

Viele Schweizer Bauern ernten nach der Winterpause ihr erstes Frühlingsgemüse. Weil ihre ausländischen Erntehelfer aber zu einem grossen Teil ausfallen, suchen sie nach alternativen Hilfskräften z.B. in der Gastronomie. Und so erfreuen uns trotz allem Spargeln, Rhabarber oder Frühlingszwiebeln und bald auch die ersten Schweizer Erdbeeren. Zur Zeit findet man im Internet täglich neue Angebote kreativer Unternehmen, welche die frisch geerntete – und mitunter bereits zubereitete – Ware an den Mann und die Frau bringen (z.B. Local Hero). Auch Gemüse oder Früchte im Abonnement sind momentan zu Recht hoch im Kurs (direkt vom Bauernhof oder z.B. von freshbox.ch).

Do-it-yourself – für alle, die (zu) viel Zeit haben

Do-it-yourself – so heisst das aktuelle Motto. Sprossen können zum Beispiel ganz einfach selber gezogen werden mit Linsen, Mungobohnen oder Kichererbsen. Wahre Nährstoffwunder sind auch Grillgemüse mit Knoblauch und Kräutern. Und Früchte lassen sich zur Abwechslung wunderbar zu Smoothies, Kompott und vielem mehr verarbeiten. Nicht zuletzt geben Mahlzeiten und deren Zubereitung unserem Alltag eine gewisse Struktur – was momentan wichtiger ist denn je.

Die Zwiebel – ein altes Hausmittel gegen Husten

Jeder hat sie zu Hause, doch die wenigsten wissen, dass sie nicht nur ein Lebensmittel, sondern auch ein traditionelles Hausmittel gegen Husten und Erkältungskrankheiten ist: Die Zwiebel mit ihrem sekundären Pflanzenstoff Quercetin. Seit Generationen wird sie als Wickel oder Sirup zubereitet und eingesetzt. Quercetin scheint für unseren Körper besser wirksam zu sein, wenn die Zwiebel gedünstet verwendet wird.

Supplemente – jetzt erst recht?

Bei gewissen Nährstoffen und vor dem Hintergrund der raschen Ausbreitung von COVID-19 kann eine Supplementierung Sinn machen. Insbesondere für Personen, die aktuell besonders auf sich achtgeben müssen und ihre Abwehrkräfte präventiv stärken wollen.

Ein besonderes Augenmerk gehört Zink und Selen. Ein Mangel an diesen beiden Spurenelementen kann die Infektanfälligkeit erhöhen. Die Schweiz ist zudem ein Selenmangelgebiet. Eine Zink- und Selen-Supplementierung kann deshalb sinnvoll sein.

Die Krise als Chance nutzen – auf zu neuen Gewohnheiten!

Laut der Community des Zukunftsinstituts wird die Welt gestärkt aus der Krise hervorgehen. Wir passen uns den Gegebenheiten besser an und sind flexibler im Umgang mit Veränderungen. Es findet ein Umdenken statt und daraus entsteht letztlich eine stärkere, resilientere Gesellschaft mit einem neuen, achtsamen Umgang miteinander. Diese Prognose stimmt hoffnungsvoll – auch für persönliche Veränderungen in Bezug auf unser Essverhalten und die Wertschätzung von Lebensmitteln.

Durch die Corona-Pandemie rücken nicht zuletzt die nichtübertragbaren Krankheiten als Risikofaktoren in den Fokus. Deshalb kommt Hoffnung auf, dass den Themen Gesundheitsförderung und Prävention in Zukunft eine grössere Bedeutung zugesprochen wird – besonders auch auf politischer Ebene.

Quellen
Bundesamt für Gesundheit BAG. Neues Coronavirus: Situation Schweiz und International
Bundesamt für Gesundheit BAG. Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Hulot J-S. COVID-19 in patients with cardiovascular diseases. Arch Cardiovasc Dis 2020
forum.ernährung heute. Abwehr stärken mit Knoblauch, Zwiebel und Co.
Zimmermann, Schurgast, Burgerstein. Burgerstein Handbuch Nährstoffe, 2018
Zukunftsinstitut GmbH. Adaptation: Community für resilientere Gesellschaft nach der Corona-Krise